Aus Giessen in die Welt

Andreas Tichay

Stammzelltransplantation bei MS: Ist ein „Reboot“ des Immunsystems eine Option?

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Bei der Multiplen Sklerose (MS) handelt es sich um eine Autoimmunkrankheit. Die Zellen des Immunsystems greifen fälschlicherweise die eigenen Nervenzellen im Gehirn und Rückenmark an. Verschiedene Therapien kommen zum Einsatz – Antikörper, die gezielt in das Krankheitsgeschehen eingreifen, oder Immuntherapeutika, die das Immunsystem unterdrücken. Eine Art Neustart („Reboot“) des Immunsystems ermöglicht die Stammzelltransplantation, die bisher aber als zu risikoreich gilt. In einer neuen Studie erwies sie sich als wirksame Therapieoption mit vertretbaren Risiken.
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Eine kleine Studie aus Holland und der Schweiz attestiert dem B-Zell-Hemmer signifikante Wirkung auch beim sekundär progredienten Verlauf der Multiplen Sklerose.

Ocrelizumab ist seit 2018 zugelassen; nicht nur bei schubförmiger sondern auch bei primär progredienter Multipler Sklerose (PPMS). Nicht zugelassen jedoch ist der B-Zell-Depletierer bisher für den sekundär progredienten Verlauf (SPMS). Eine kleine Studie mit Rituximab, dem Vorläufer von Ocrelizumab, ergab inzwischen allerdings signifikante Verbesserungen gegenüber Placebo auch beim sekundär progredienten Verlauf, der sich oft nach einigen Krankheitsjahren an den schubförmigen Verlauf anschließt.

Nach durchschnittlich 3,5 Behandlungsjahren war der EDSS-Wert der Wirkstoffgruppe um rund 0,5 Punkte geringer als der der Placebo-Gruppe. Außerdem hatte die Wirkstoffgruppe eine deutlich verringerte Krankheitsprogression.

Rituximab versus Placebo

Insgesamt wurden 88 Patienten mit sekundär progredienter Multipler Sklerose in die Studie eingeschlossen und eins zu eins auf die beiden Arme Rituximab oder Placebo zugeteilt. Hierbei wurden Studienpaare gematcht und zwar nach den Kategorien Geschlecht, Alter, EDSS-Wert und Dauer der Erkrankung.

Im Durchschnitt waren die Patienten je nach Gruppe (in Klammern Placebo) 49,7 (51,3) Jahre alt, hatten seit ca. 18,2 (19,4) Jahren MS und einen EDSS-Wert von 5,9 (5,7). Knapp zwei Drittel waren jeweils Frauen. Die nach Beobachtungszeit dauerte bis zu zehn Jahre. Ob die Patienten aufgesetzte Schübe hatten, geht aus den zugrundeliegenden Daten nicht hervor.

Die Forscher um Dr. Yvonne Naegelin schließen aus den positiven Ergebnissen, dass eine Therapie mit B-Zell-Depletion durch Rituximab bei sekundär progredienten Patienten von Nutzen sein könnte. Eine größer angelegte und randomisierte Studie sei jedoch vonnöten, um die Wirksamkeit zu bestätigen.

Quelle: JAMA, 07.01.2019.

Quelle:Redaktion: AMSEL e.V., 13.02.2019

Bildung und Reparatur der Myelinschicht um Nervenfasern erstmals „live“ untersucht

Lesezeit: 2 MinutenDie Fortsätze von Nervenzellen sind von einer Myelinschicht umgeben. Ein Team der Technischen Universität München (TUM) hat erstmals „live“ beobachtet, wie sie gebildet wird, und wie Schäden repariert werden. Dabei zeigte sich, dass charakteristische Muster der Myelinschicht früh festgelegt werden. Bei Bedarf können sie sich jedoch anpassen, vermutlich gesteuert von den Nervenzellen selbst.
Die Myelinhülle um Fortsätze von Nervenzellen (Axone) lässt sich mit der Isolation um elektrische Kabel vergleichen. Myelin schirmt das Axon ab und macht eine schnelle Übertragung von elektrischen Signalen erst möglich. Wird die Isolierung beschädigt, beispielsweise bei Erkrankungen wie Multipler Sklerose, kann es zu schweren Ausfallerscheinungen kommen.
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Neue Behandlungsansätze bei Patienten mit Multipler Sklerose

Lesezeit: 2 MinutenDurch die Stimulation einzelner Axone sollen künftig die motorischen Fähigkeiten der MS-Patienten verbessert und langfristig die Krankheit selbst behandelt werden, wenn es nach den Forschungsergebnissen der Monash University in Melbourne geht. Der Grundstein ist gelegt, um die Forschungsarbeit an Krankheiten wie Multipler Sklerose voranzutreiben.
Die neuen Forschungsergebnisse der Monash University in Melbourne belegen, dass die Stimulation von Nervenzellen im Gehirn zur aktiven Entwicklung von Myelin führen kann. Myelin führt zu einer beschleunigten Reizweiterleitung und wird bei Krankheiten wie etwa Multipler Sklerose verringert. Die Studie, veröffentlicht im Nature Communications Journal, hat zum ersten Mal aufgedeckt, dass das Aktivieren individueller Nervenzellen im Gehirn von Mäusen zur Myelinisierung der zuvor „nackten“ Axone führen kann. Darüber hinaus wird das Myelin dicker, was zur schnelleren und effizienteren Signalübertragung führt.
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